Die 7e hat morgen mit mir das Vergnügen. Eine Geschichtesstunde zu Chlodwig dem frühmittelalterlichen Franken König. Warum ist er zum Christentum übergetreten?
Weil ihm Jesus Christus den Sieg schenkte, als er ihn in einer ausweglosen Schlacht gegen die Alemannen um Hilfe anrief, oder doch eher aus machtpolitischen Gründen? Immerhin war die römische Oberschicht christlich. Chlodwig brauchte die römischen Kenntnisse zur Verwaltung seines Reiches. Seine bürgundische Ehefrau war Christin und hatte Ihre Kinder gegen seinen Wille taufen lassen. Sein Königtum beruhte aber auf der mythischen Abstammung von den germanischen Göttern. Wie echt war sein "Bekehrungserlebnis"? Immerhin führte er auch nach seiner Taufe, die im Jahre 498 stattgefunden haben soll erflogreiche und brutale Eroberungskriege gegen die Westgoten. Der Bericht über sein Heilserlebnis in der Schalcht gegen die Alemanne 496 - 407 wurde erst hundert Jahre später verfasst. Zu diesem Zeitpunkt waren große Teile der Franken erfolgreich christinanisiert und die Kriche hatte Ihrerseits ihre Machtposition im Reich ausbauen können. Schlußendlich profitierten beide König und Kirche von der neuen Allianz.
Trieben Chlodwig also nur Machtpolitische Überlegungen das Christentum anzunehmen? Wie verlässlich ist der Bericht über den göttlich herbeigeführten Sieg, der Chlodwigs Taufe zur Folge gehabt haben soll?
In einem Punkt sind sich die Historiker einig: In Chlodwigs Annahme des Christentums liegt die enge Verwobenheit des europäischen Mittelalters mit der christlichen Kirche begründet. Was Chlodwig letzendlich dazu motiverte kann nach meiner Kenntnis der Quellenlage nicht eindeutig beantwortet werden.
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michael