In unsere letzten ICF-Celebrations platzten eine Handvoll 14 - 16 jährige. Sie hatten am Eingang die Strahler gesehen und wollten mal wissen, was das hier ist. Meine Antwort: "Wir sind eine Kirche die keine "Kirche" ist." Reaktion: "Das sehen wir, aber was seid ihr dann?" "Wir sind eine Bewegung. Es ist unser Traum, dass Menschen in 21. Jahrhundert den Glauben an Gott zurückgewinnen." Ihr fragender Blick machte mir deutlich, dass sie nicht wussten was ich mit "eine Bewegung" meinte. Und ich wusste nicht wie ich es ihnen erklären sollte.
Darum habe ich mir vorgenommen darüber nachzudenken, wie man "eine Bewegung" erklären könnte. Ich weiss was ich mit: "Wir sind eine Bewegung" meine. Ich habe es ja selber erlebt. Aber ich suche nach Worten, die es jemandem erklären, dem diese persönliche Erfahrung fehlt.
Bei Wikipedia heißt es in der Beschreibung, dass soziale Bewegungen meist ein Problem benennen, mit dem sie sich auseinander setzten und eine Alternative bieten. Ok, was ist das Problem? Uns geht es so wie vielen anderen auch. Die Kirche scheint altmodisch und unrelevant. Für viele sind Kirche und Gott zwei unterschiedliche Sachen. Trotzdem hat die Kirche ihren Teil dazu beigetragen, dass viele den Glauben an Gott aufgegeben haben.
Gleichzeitig erleben wir aber wie atemberaubend ein lebendiger Glaube an Gott sein kann. Um diesem Glauben neues Leben zu geben suchen wir nach neuen Formen unseren Glauben auszudrücken. Auf dieser Suche sind wir nicht allein. Vielen Christen geht es so. Bisher sind es (in Paderborn) aber noch wenige mutige - verbessert mich, wenn es nicht stimmt -, die außerhalb der Mauern des etablierten Christentums mit neuen Formen experimentieren. Dabei haben wir das Bild vom Wasser vor Augen. Wasser passt sich jedem Gefäß an, in das es gegossen wird und bleibt doch immer Wasser. Es passt sich an und verändert doch seinen Charakter nicht.
Die neuen Formen, mit denen wir experimentieren, sind moderne Gottesdienste und ein alltagsrelevanter Glaube. Wir wollen jeden einladen den Glauben an Gott wieder zeitgemäß und relevant zu erleben. In bisher mehr als 30 Städten von Europa haben sich ICF-Gruppen gefunden die auf diese neue Art Kirche leben wollen. Und es werden bestimmt mehr werden, weil es eine echte Antwort auf ein Problem ist, das viele (nicht alle) Menschen haben - Sie würden gern an Gott glauben aber nicht nur auf die Art wie es die Kirche vorgibt. Es ist etwas in Bewegung und wir verstehen uns als ein Teil davon. Darum nennen wir uns lieber "eine Bewegung" als eine "Kirche".
In der Geschichte gabe es immer wieder große Bewegungen: anti-Sklaven-Bewegung, Arbeiter-Bewegung, das Rote Kreuz oder die YMCA. Nicht zuletzt war das Christentum in den ersten Jahrhunderten eine Bewegung und noch nicht eine etablierte Kirche. Ich will in den nächsten Monaten einige dieser "Bewegungen" unter die Lupe nehmen. - mal schauen was es dabei zu lernen gibt.
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michael
p.s. hier ist ein Video aus dem ICF-Zürich, das bei der riesigen 10-Jahresfeier der "ICF-Mutterkirche" produziert worden ist - enjoy it.