Woher nehmen wir unsere Energie? Was treibt uns an, dass wir so ein "verrücktes" Projekt starten, Kirche und Glaube wieder zeitgemäß und relevant zu leben? Zusammen mit allen ICF's haben wir diese eine Vision:

Wir träumen von einer Kirche, die am Puls der Zeit steht.
Hier finden Menschen eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus.
Menschen sollen echte Liebe und Gemeinschaft erleben,
Begabungen werden entdeckt und gefördert.
Die Kirche von der wir träumen ist leidenschaftlich, wächst ständig
und hat eine positive Auswirkung auf unsere Gesellschaft.
Stell dir eine Kirche vor, in welcher der Glaube an einen Gott, der uns liebt, den Unterschied macht. Stell dir eine Kirche vor, die positiven Einfluss auf die Gesellschaft nimmt, weil sie sich voller Hingabe für Menschen in Not engagiert und ihnen Hoffnung für ein sinnvolles Leben vermittelt. Stell dir eine Kirche vor, mit einer klaren Botschaft, die Leben verändert, befreit und wiederherstellt. Menschen in scheinbar ausweglosen Situationen erhalten neue Perspektiven und Hoffnung. Stell dir eine Kirche vor, wo zerbrochene Beziehungen wieder neu aufgebaut werden können. Wo man aufrichtig, ehrlich und liebevoll mit einander umgeht, zusammen betet, lacht, weint und füreinander da ist. Der Mittelpunkt ist Jesus Christus - er ermöglicht ein Leben im Frieden mit Gott und den Menschen. Ein Leben, geprägt von Freude und echter Freundschaft.
Das ist unsere Vision - ein Bild der Zukunft, das Leidenschaft weckt. Das gibt uns Energie. Es ist die Kraft einer gemeinsamen Vision, die Gott ehrt und Menschen dient. Durch dieses gemeinsame Ziel entsteht bei allen zwischenmenschlichen Unterschieden eine positive Gemeinschaft. Das gibt Energie.
Aber noch eine zweite Sache gibt mir Energie. Mein Glaube an Gott, oder besser gesagt, meine Beziehung mit Gott. Dabei geht es nicht mehr um das große Bild der Zukunft sondern um Intimität - um mich persönlich. Ich nehme mir (eigentlich immer noch viel zu selten) Zeit alleine Gott zu begegnen. Der Schlüssel dazu ist die Bibel.
Bonhoeffer, der als Mitglied der Widerstandsbewegung von den Nazis ins KZ gebracht wurde, schriebt wenige Monate vor seinem Tod: So lese ich jeden Tag die Bibel. Ich frage an jeder Stelle: was sagt Gott hier zu mir? [...] Und seit ich gelernt habe, die Bibel so zu lesen - und das ist noch gar nicht so lange her - wird sie mir täglich wunderbarer. Ich lese morgens und abends darin, oft auch über den Tag. Es mag sein, dass das eine sehr einfache Sache ist. Aber du glaubst ja gar nicht, wie froh man ist, wenn man von den Holzwegen so mancher Theologie wieder zurückgefunden hat zu dieser einfachen Sache." Und dann schließt Bonhoeffer seinen Brief mit den Worten: "Es bleibt also nichts als die Entscheidung, ob wir dem Wort der Bibel trauen wollen, wie keinem anderen Wort im Leben und im Sterben. Und ich glaube, wir werden erst dann recht froh und ruhig werden können, wenn wir diese Entscheidung getroffen haben." Das passt auch sehr gut zu dem Lutherzitat, das ich mal gelesen und gleich ausgeschnitten habe: "Wenn wir glauben könnten, das Gott selbst mit uns in der Bibel redet, so würden wir mit Fleiß darin lesen und sie für unsere selige Werkstatt halten." (1540, Notizen zu 2. Tim. 3, 16)
Vision und Gottesbeziehung. Aus diesen zwei Brunnen schöpfen wir Kraft.
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michael