08.04.2009

JOHN RABE

Ich war gestern Abend im Kino. Film: John Rabe
Wer ist John Rabe? Schaut selbst...



Er war der Oskar Schindler Chinas. China wurde 1937 ohne Kriegserklärung von den Japanern angegriffen. Schanghai wurde völlig zerstört. John Rabe richtete in der damaligen Hauptstadt Nanking als Vorsitzender des Internationalen Komitees eine Schutzzone ein, die für die Ausländer gedacht war.

Er war Nazi, Parteimitglied und naiver Hitlerverehrer (laut Film unwissend) Er wurde im Kaiserreich erzogen ein pflichtbewusster Untertan zu sein. (ZDF-History) Er war ein Menschenfreund und bewies als Leiter der Siemenswerke in Nanking die "typisch" deutsche Gründlichkeit. Bei der japanischen Eroberung von Nanking (Dezember 1937) wuchs er über sich hinaus. Er öffnete die Schutzzone für die Zivilbevölkerung und rettete damit über 200 000 Chinesen das Leben.

John Rabe kehrte nach Deutschland zurück. Die Japaner waren die Verbündeten Deutschlands. Darum verboten ihm die Nazis über die Ereignisse von Nanking zu berichten. 1939 begann der II. Weltkrieg in Europa mit dem Überfall auf Polen. John Rabes Tagebücher wurden beschlagnahmt. Nach dem II. Weltkrieg wurde er von den Alliierten nicht rehabilitiert. Er passte nicht ins Bild des bösen Nazideutschen. Vergessen und verarmt starb er 1950 in Berlin.

In China wird er verehrt. In Deutschland war er lange Zeit zu Unrecht vergessen. Seine Tagebücher galten als verschollen und wurden erst in den 90er Jahren veröffentlicht. In Chinas ehemaliger Hauptstadt erinnert ein Denkmal an den "guten Deutschen von Nanking". Der Film setzt ihm ein cineastisches Denkmal. John Rabe ist ein Held, der auf Umwegen seinen Platz in der Geschichte finden musste.

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michael wesner