04.11.2007

Herbstgedicht II


Herbst

Astern blühen schom im Garten;
Schwächer trifft der Sonnenpfeil
Blumen, die den Tod erwarten
Durch des Frostes Henkerbeil.

Brauner dunkelt längst die Heide,
Blätter zittern durch die Luft
Und es liegen Wald und Weide
Unbewegt im blauen Duft.

Pfirsich an der Gartenmauer,
Kranich auf der Winterflucht.
Herbstes Freuden, Herbstes Trauer,
Welke Rose, reife Frucht.


Detlev von Liliencron

Ein wenig fühle ich mich gerade wie dieses Gedicht. Ich schwanke noch, ob ich traurig bin, weil es Herbst ist, weil ich manche Freunde vermisse, weil so viel Arbeit einem jede Lust am Leben rauben kann; oder ob ich mich an den Früchten freue, an allem, was ich dieses Wochenende geschafft habe, an dem Gebets- und Austauschtreff mit den anderen Paderbornern heut morgen, an meiner Familie (genauer: meinen Eltern), mit der ich gestern einen wunderschönen Abend hatte. Hm, ich entscheide mich für die Freude und die Dankbarkeit. Hoffentlich finde ich bald mal Zeit, allein hinaus in die Natur zu gehen, Danke, Jesus, für die Jahreszeiten!